Wie unser Austauschprojekt mit El Trigal in Argentinien zustande kam

Wer kennt unseren WOW-Day noch nicht? Ok, kurz erklärt: Der WOW-Day ist ein Aktionstag an Waldorfschulen, der seit 15 Jahren regelmäßig einmal im Schuljahr an der Waldorfschule Soest durchgeführt wird. An diesem Tag stellen die Kinder und Jugendlichen der Klassen 1 bis 13 ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst einer guten Sache.

Anstatt in die Schule zu gehen, verdienen sie Geld, z.B. als Bedienung im Eiscafé oder mit dem Verkauf von Waffeln oder Selbstgebasteltem. Die Einnahmen werden später im Sekretariat gesammelt und dann über die Waldorf-Organisation „Freunde der Erziehungskunst“ an eine Schule gespendet, die unsere finanzielle Hilfe gut gebrauchen kann.

Nachdem die indische Schule, an die wir viele Jahre unser WOW-Day-Geld gespendet hatten, schließen musste, machten wir uns im Herbst 2024 auf die Suche nach einer neuen Möglichkeit, einer Waldorfschule in Not zu helfen. Und da es uns sehr wichtig war, eine Schule zu unterstützen, zu der wir auch einen persönlichen Kontakt aufbauen können, entschieden wir uns für eine Schule in Argentinien, da eine unserer Lehrerinnen, Frau Schmidt-Martin, diese auf einer privaten Reise für uns besuchen und kennenlernen konnte.

Im November 2025 war es dann soweit: Frau Schmidt-Martin reiste nach Villa de las Rosas in der Provinz Córdoba in Argentinien und besuchte die Escuela Waldorf El Trigal. Und was aus diesem ersten Besuch wurde, damit hatte wohl niemand gerechnet.

Aus dem ursprünglich geplanten kurzen Besuch wurde mehr: Frau Schmidt-Martin verbrachte insgesamt 7 Wochen in Villa de las Rosas, ihre Kinder Amelie und Colin durften dort sogar die 6. und 11. Klasse der Schule El Trigal besuchen. In dieser Zeit stellten sie einige interessante Gemeinsamkeiten fest: El Trigal ist genauso alt wie wir (fast 30 Jahre), hat genauso viele Schüler (ca. 280), ist einzügig mit nur teilweise vollen Klassen, hat ebenfalls einen Zirkus, ist räumlich aufgeteilt in Klassen 1-6 auf der einen Seite des Schulhofs und 7-12 auf der anderen Seite… trotz aller kultureller und materieller Unterschiede entstand der Eindruck, es mit der „argentinischen Schwester“ der Waldorfschule Soest zu tun zu haben.

Daraus entstand kurzerhand die Idee, die beiden Schulen zusammen zu bringen. Und das war der Beginn unseres Austauschprojekts, dessen Grundsatzidee es ist, zwei Schulen auf allen denkbaren Ebenen einander näherzubringen: Schulklassen verbinden sich mit gleichaltrigen Partnerklassen, LehrerInnen verbinden sich mit KollegInnen, Eltern verbinden sich mit interessierten Familien auf der anderen Seite der Welt. Und in diesem Sinne bauen wir seit Ostern 2026 an einem umfassenden Projekt zur Verbindung von Menschen, in derer aller Leben die Waldorfpädagogik eine wichtige Rolle spielt.