Wenn Johanni im Winter liegt…
Argentinien liegt bekanntlich auf der anderen Seite der Erde, genauer gesagt auf der Südhalbkugel, und dort sind die Jahreszeiten den unseren gegensätzlich. Den meisten Menschen, die sich geographisch ein wenig auskennen, ist das klar. Aber was das wirklich bedeutet, wird einem erst bewusst, wenn es ganz praktisch wird, wenn z.B. zwei Schulen auf entgegengesetzten Kontinenten das gleiche Fest am gleichen Tag feiern.
Am 26.06.26 fand sowohl an der Waldorfschule Soest als auch an der Escuela Waldorf El Trigal die Johanni-Feier statt, in Argentinien Fiesta de San Juan genannt. Wir in Soest feierten bei über 30 Grad Celsius mit viel Wasser einen der längsten (und heißesten) Tage des Jahres und mussten das Feuer bereits am helllichten Tag anzünden, damit es für die Familien nicht allzu spät wurde. In El Trigal hingegen war es bereits gegen 19:00 Uhr dunkel und die Temperaturen lagen bei 5 Grad. Nicht nur das Feuer wärmte die Schülerinnen und Schüler, auch viele selbstgebastelte Laternen sorgten für Licht und eine heimelige Stimmung.
Es wurde gesungen, gemeinsam das Feuer entzündet und später durfte auch die bei uns bekannte Mutprobe stattfinden: ein Sprung über die Flammen. Bei uns in Soest war das Feuer in diesem Jahr ganz klein, es musste in eine Feuerschale passen, da aufgrund der großen Hitze kein großes Feuer erlaubt war. Gesungen wurde trotzdem, wenngleich die Sängerschar kleiner war als in anderen Jahren und alle ganz schön schwitzen mussten.
Während bei uns die Tage nun wieder kürzer werden, freuen sich die argentinischen Familien auf langsam länger werdende Tage und steigende Temperaturen. In 6 Monaten, an Weihnachten, werden sich die Verhältnisse umgekehrt haben: In Villa de las Rosas feiert man dann bei über 30 Grad in sommerlicher Hitze, in Soest bei Temperaturen um 0 Grad und Kerzenschein.