Deutsche Epoche: Goethe und sein „Faust“
In ihrer ersten Deutschepoche dieses Schuljahres widmete sich die 12. Klasse intensiv Goethes berühmtem Werk Faust.
Bevor sie in den Text eintauchten, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Referate zu Goethes vielfältigen Interessengebieten. Dabei beschäftigten sie sich mit seiner Farbenlehre, seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten, aber auch mit bekannten literarischen Werken wie „Die Leiden des jungen Werthers“ oder weniger bekannten Texten wie „Die natürliche Tochter“. Zudem wurde Goethes Lyrik, darunter der Erlkönig und seine Liebesgedichte, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.
Im Anschluss stand Faust im Zentrum. Besonders die Gretchen-Tragödie und die grundlegenden Fragen des Dramas wurden intensiv diskutiert.
Die Epoche bot nicht nur einen Einblick in eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur, sondern auch die Möglichkeit, gemeinsam mit Goethe nachzuspüren, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Abiturrelevant – gesellschaftskritisch und doch mit Humor
Am 30. November besuchten die Deutschkurse der 12. und 13. Klasse die Aufführung von „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist im Stadttheater Lippstadt. Das Stück aus dem frühen 19. Jahrhundert wurde in ein heutiges Zeitgeschehen übersetzt – mit überraschend aktuellen Bezügen. Themen wie Diskriminierung von Frauen, Vergewaltigungsprozesse und sexuelle Gewalt an jungen Mädchen und Frauen wurden kunstvoll verwoben und unter das Symbol des „zerbrochenen Kruges“ gelegt.
Moderne Kommunikationsformen – etwa Videocalls – wurden geschickt mit den alten Mustern einer Gerichtsverhandlung verbunden. Eine verlorene Perücke offenbarte dabei mehr als nur einen komischen Moment: Sie stand sinnbildlich für die verlorene Ehre des Richters.
So zeigte sich, wie Abiturthemen lebendig werden können. Kleists Gesellschaftskritik aus dem 19. Jahrhundert wirkt heute aktueller denn je – ein Spiegel, der uns zum Nachdenken bringt, manchmal zum Lachen, aber immer zum Hinschauen.
Ein (bisschen) Sommernachtstraum
In den vergangenen Wochen hat sich die 12. Klasse intensiv mit ihrem diesjährigen Klassenspiel beschäftigt. Mit viel Engagement, Kreativität und Teamarbeit ist eine lebendige Inszenierung entstanden, die nun vor Publikum aufgeführt werden konnte. Besonders schön war zu beobachten, wie aus ersten Ideen, Textproben und vielen gemeinsamen Überlegungen Schritt für Schritt ein gemeinsames Bühnenprojekt gewachsen ist.
Eine Schülerin der Klasse beschreibt diese Zeit so:
Wir, die 12. Klasse, haben uns drei Wochen lang mit dem Theaterstück „Ein bisschen Sommernachtstraum“ von Ina Kwiatkowski beschäftigt.
Texte wurden einstudiert und umgeschrieben. Außerdem haben wir überlegt, wie wir uns auf der Bühne bewegen und was wir dem Publikum am Ende bieten möchten.
Wir waren alle sehr euphorisch, und auch wenn wir zwischendurch einmal nicht weiterkamen, sind wir als Gruppe durch dieses Theaterstück enger zusammengewachsen.
Es hat viel Spaß gemacht – sowohl bei den Proben als auch bei den Aufführungen.
Wir sind alle dankbar, dass wir dieses Erlebnis machen durften.
