Adventssingen

06.12.2017 21:43 von Admin

Hört der Engel helle Lieder

Adventssingen lässt die Grenzen nach oben verwischen

Ein Blick von oben auf die Soester Waldorfschule am Morgen des 6. Dezember. Nikolausmorgen. Der Blick fällt aus der Engelsperspektive durch das Dachfenster ins Forum des Neubaus. In der Mitte ein Adventskranz, auf dem ein erstes Licht brennt. Drumherum liegen, sitzen und stehen mehr als hundert Kinder, sehen gespannt nach vorne. Da stehen Fünftklässler mit ihren Flöten und Streichinstrumenten. Daneben ein Elternpaar mit Flöte und Gitarre, der Sohn hält eine Mundharmonika in Händen. Weitere Kerzen leuchten zwischen Tannengrün.
Rascheln dringt nach oben, hier und da wird noch geflüstert. Nach ein paar einführenden Worten geht es los: Heute, am Nikolaustag, gibt es keine Geschichte. Stattdessen wird gespielt und gesungen. Zuerst ist es ganz still. Dann führen Flöte und Gitarre in die Musik. Weihnachtliches gibt es zu hören - und zu singen. Kurz darauf die Streicher, weitere Flöten. Die meisten Kinder kennen die Texte auswendig. Helle Stimmen mischen sich mit den wenigen dunklen Tönen der anwesenden Väter und Lehrer. Und während sich durch die großen Fenster von draußen langsam das Tageslicht bemerkbar macht, tönt von drinnen ein vielstimmiges „Hört der Engel helle Lieder“ nach oben.
Und oben? Da sind die Engel selbst ganz verzückt durch das Erleben. Und die Frage, wer denn nun Engel sei und wer Mensch, verwischt an diesem Morgen. Hören wir also noch ein wenig zu: „Hört der Engel helle Lieder, klingen weit das Feld entlang, und die Berge hallen wider von des Himmels Lobgesang. Gloria, Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo. Gloria, Gloria, Gloria, Gloria in excelsis Deo.“
Genug Nahrung für Mensch und Engel an diesem Morgen. Nach einem Nikolaus-Lied gehen die Schüler wieder ihrem irdischen Stundenplan nach. Die Engel aber dürfen noch ein wenig schwelgen im Zauber dieses Morgens.

(Text: Jürgen Vogt / Foto: Michael Osterhaus)

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